Universität Bonn

Masterstudiengang AMTS

Zusammenfassung Masterarbeit Meera Johanna Müller

Patientenwahrnehmung der Aufklärung nach stationärer Medikationsänderung

Die Masterarbeit untersucht die Aufklärung von Patientinnen und Patienten im Kontext stationärer Medikationsänderungen und deren Einfluss auf die Arzneimitteltherapiesicherheit. Ausgangspunkt ist die hohe Prävalenz von Medikationsfehlern und unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die häufig auf mangelnde Information und Non-Compliance zurückzuführen sind. Ziel der Arbeit war es, die rechtlichen und theoretischen Grundlagen der Aufklärungspflicht von Ärztinnen, Ärzten und Apothekerinnen, Apothekern darzustellen, die Schnittstellenproblematik im Medikationsprozess zu analysieren, die Patientenwahrnehmung nach stationären Medikationsänderungen empirisch zu erfassen (soweit dies im Rahmen dieser Arbeit möglich war) und mit bereits vorhandenen Studien in diesem Bereich abzugleichen.

Methodisch kombiniert die Arbeit eine umfassende Literatur- und Rechtsanalyse mit einer eigenen empirischen Untersuchung. Hierfür wurde ein standardisierter Fragebogen entwickelt und in vier öffentlichen Apotheken in Hamburg eingesetzt. Befragt wurden im Ergebnis 22 Patientinnen und Patienten, die in den vergangenen sechs Wochen vor der Befragung aus einem Krankenhaus entlassen wurden und eine Medikationsänderung erfahren hatten. Erhoben wurden unter anderem die Häufigkeit und Form der Aufklärung im Krankenhaus und durch Hausärzte, das subjektive Sicherheitsgefühl sowie die Bereitschaft zu weiterführender Beratung in der Apotheke.

Die Ergebnisse zeigen im Einklang mit vorhandenen Befragungen deutliche Defizite: Nahezu die Hälfte der Befragten gab an, weder im Krankenhaus noch beim Hausarzt über die neue Medikation aufgeklärt worden zu sein. Selbst bei erfolgter Aufklärung blieben Verständnisprobleme bestehen. Das subjektive Sicherheitsgefühl war nach ärztlicher Aufklärung nur moderat ausgeprägt (Mittelwert 2,75 auf einer Skala von 1 bis 4), stieg jedoch nach einer intensiven Beratung in der Apotheke signifikant an (Mittelwert 3,73). Über 80 % der Teilnehmenden vertrauen der pharmazeutischen Beratung und sehen darin einen klaren Mehrwert. Diese Befunde decken sich mit internationalen Studien, die die Bedeutung wiederholter und patientenzentrierter Kommunikation unterstreichen.

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