Zusammenfassung Masterarbeit Dennis Hackenberg
Medikationsanalysen in öffentlichen Apotheken: Status quo-Erhebung der Ergebnisberichte an Ärztinnen und Ärzte
Die schriftliche Ergebniskommunikation von Medikationsanalysen öffentlicher Apotheken an Ärzt*innen ist ein wichtiger Bestandteil dieser pharmazeutischen Dienstleistung. Ihre Qualität ist essentiell für die Behebung kommunizierter arzneimittelbezogener Probleme (ABP) und damit der Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Dennoch gibt es bisher wenige Untersuchungen zu den Qualitätsmerkmalen und zum Status Quo dieser Kommunikation. Ziel dieser Arbeit war die Darstellung dieser beiden Aspekte.
Mittels einer Literaturrecherche im Scoping-Review-Ansatz identifizierte potentielle Qualitätsmerkmale der schriftlichen Ergebniskommunikation von Medikationsanalysen wurden durch eine Expertengruppe hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet. Nach Konsentierung wurde eine Merkmalliste erstellt. Im Anschluss wurden Ergebnisberichte aus einem Ringversuch zur Medikationsanalyse anhand der Merkmalliste evaluiert, um den Status quo dieser Kommunikation abzubilden. Die Evaluation der meisten Merkmale erfolgte durch zwei Gutachter*innen mit einer Drittgutachterin bei Uneinigkeit.
Aus den 59 eingeschlossenen Quellen der Literaturrecherche wurden 145 Merkmale extrahiert, welche nach Expertenbewertung eine Merkmalliste mit 103 Merkmalen der Kategorien „Formalia“ (n = 43), „Schreibstil“ (n = 29) und „Inhalt“ (n = 31) ergaben. Hiervon konnten 83 Merkmale in 189 eingereichten Ergebnisberichten erhoben werden. Der ermittelte Status quo zeigte grundsätzlich eine hohe Übereinstimmung der Berichte mit den Anforderungen der Merkmalliste. So wiesen z. B. bezüglich der „Formalia“ fast alle Berichte eine geringe Länge in Zeichen auf. Überwiegend gute Ergebnisse zeigten die Berichte v. a. beim „Schreibstil“, u. a. im Hinblick auf die Professionalität und Verständlichkeit der Sprache. Bezüglich des „Inhalts“ sollten sieben von 14 im Ringversuch enthaltenen ABP genannt werden. Hierbei wurden im Mittel 3,3 ± 1,4 dieser ABP je Bericht genannt. Fast alle genannten ABP wurden mit einem Lösungsvorschlag dargestellt. Dennoch zeigten sich auch Schwächen, wie die eher seltene Nennung der Informationen über die Apotheke und die (fiktive) Patientin bei den „Formalia" oder die teilweise Einmischung in ärztliche Aufgabenfelder beim „Inhalt“.
Der ermittelte Status quo zeigte insgesamt eine gute Qualität der Ergebnisberichte von Medikationsanalysen öffentlicher Apotheken an Ärzt*innen. Dennoch wurden Merkmale mit Verbesserungspotential identifiziert, welche zur Erhöhung der Qualität genutzt werden können – beispielsweise durch spezifische Schulungsmaßnahmen. Die für die Erhebung erstellte Merkmalliste könnte zudem beispielsweise in künftigen Ringversuchen zur weiteren Erfassung der Qualität genutzt werden – sollte aber hierfür zusammengefasst und vereinfacht werden.