Zusammenfassung Masterarbeit Pia Hofmann    

Akzeptanz eines erweiterten Medikationsplans für Patienten mit hämatologischen Tumoren

Orale Tumortherapien gewinnen zunehmend an Bedeutung und erfolgen überwiegend ambulant. Die Sicherstellung der korrekten Einnahme der Arzneimittel im häuslichen Umfeld stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten, vor allem für die Patienten, dar. Zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit erweiterte die Abteilung Klinische Pharmazie der Universität Bonn in Kooperation mit der Apotheke des Universitätsklinikums Köln den bundeseinheitlichen Medikationsplan um standardisierte Informationen zu oralen Tumortherapeutika, welche auf einem Zusatzblatt, dem onkologischen Addendum, zusammengefasst wurden. Ziel dieser Arbeit war die Akzeptanzanalyse des erweiterten Medikationsplans bei Heilberuflern und Patienten mit hämatologischen Tumoren. Die Akzeptanz wurde zunächst bei einem Onkologen und einer Krankenhausapothekerin des Universitätsklinikums Köln sowie einem Offizinapotheker anhand halbstrukturierter Fokusinterviews qualitativ untersucht. Zentrale Leitfragen galten dabei der Optimierung der Inhalte des erweiterten Medikationsplans und der Prozesse rund um die praktische Arbeit mit diesem Instrument. 60 Die Akzeptanzanalyse bei den Patienten erfolgte nach einem Beobachtungszeitraum von mindestens drei Monaten in der Knochenmarkstransplantations-Ambulanz des Centrums für Integrierte Onkologie Köln. Zur Erhebung wurde ein im Vorfeld entwickelter Akzeptanzfragebogen herangezogen. Des Weiteren wurde die praktische Verwendung des erweiterten Medikationsplans während des Beobachtungszeitraums anhand verschiedener Nutzungsdaten untersucht. Dazu zählten im Medikationsplan vorgenommene Änderungen und dessen Diskrepanzen zur tatsächlichen Medikation der Patienten. 30 Patienten nahmen an der Akzeptanzanalyse teil. Insgesamt war die Akzeptanz des erweiterten Medikationsplans bei Heilberuflern und Patienten hoch. Die Inhalte waren sehr gut verständlich und wurden den Ansprüchen an die Informationsbereitstellung in der oralen Tumortherapie gerecht. Patienten und deren Angehörige nahmen die meisten Änderungen (42,6 %) vor. Aufgrund ihrer zumeist guten Arzneimittelkenntnisse nutzten die Patienten den Medikationsplan weniger zur eigenen als vielmehr zur Information der Heilberufler. Im Vergleich nahmen Ärzte und Apotheker deutlich weniger Änderungen vor. Folglich wurden im Mittel noch 5,1 Diskrepanzen pro Medikationsplan festgestellt. Trotz hoher Akzeptanz des erweiterten Medikationsplans bei Heilberuflern und Patienten zeigen die Ergebnisse, dass eine breitere Nutzung nur mit besseren technischen und personellen Voraussetzungen erreichbar ist. Zudem sollten die Verantwortlichkeiten der Apotheker beim Umgang mit dem Medikationsplan genauer definiert werden.
 
 
 

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